Asthma bronchiale

Asthma bronchiale, aus dem Griechischen für "Beklemmung" oder "Keuchen",  ist eine chronische Atemwegserkrankung, bei der in den Atemwegen eine chroniche Entzündung besteht. Damit geht immer eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Reizen einher, die so genannte Hyperreagilibität. In der weiteren Folge kommt es fast zwangsläufig zu einer Verengung der Bronchien, die die asthmatypischen Symptome hervorruft: Pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit, Luftnot, Husten oder ein Engegefühl in der Brust. Charakteristisch für eine Asthmaerkrankung ist, dass die genannten Sypmtome anfallsartig auftreten.

Dank moderner Forschung und Medizin lassen sich Symptome und Beschwerden mithilfe geeigneter Medikamente insoweit behandeln, als dass Anfälle nur gelegentlich auftreten. Eine Heilung gibt es nicht.  Umso wichtiger ist die Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden, die den Betroffenen ihre Krankheitslast nehmen und ihnen so Lebensqualität zurückgeben.

Formen

Beim allergischen Asthma reagiert das Immunsystem, wie bei allen Allergien, auf einen eher harmlosen Stoff mit einer Überreaktion. Als Allergene für diese Form des Asthmas fungieren häufig Pflanzenpollen, aber auch Tierhaare, Schimmelpilzsporen, oder Mehl- und Hausstaub. Die meisten Betroffenen leiden zudem unter weiteren allergischen Reaktionen wie zum Beispiel  der allergischen Rhinitis (allergischer Schnupfen) und der Rhinokonjunktivitis. Beim nicht-allergischen Asthma, auch intrinsisches Asthma, liegt der Grund für die chronische Entzündung der Atemwege nicht in allergenen Auslösern, sondern tritt im Erwachsenenalter auf, meist nach einer Virusinfektion der Atemwege. Die Ausprägung der Symptome schwankt bei dieser Form kaum, allerdings leiden Betroffene meist unter einer sehr schweren Verlaufsform.

Verbreitung

Laut WHO leiden weltweit etwa 300 Millionen Menschen an Asthma. Das macht Asthma zu einer der häufigsten Krankheiten überhaupt. An Asthma und seinen Folgen sterben jährlich im Schnitt etwa 400.000 Menschen. Etwa etwa 5-7% der Erwachsenen und 10 bis 15% der Kinder in Deutschland erkranken an Asthma. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.

Krankheitsmechanismus

Die bronchiale Hyperreagibilität sowie die chronische Entzündung der Atemwege, die jeder Asthma-Erkrankung zugrunde liegen, bewirken vornehmlich eine Verengung der Luftwege. Am Krankheitsprozess sind die verschiedensten Zellen des Immunsystems beteiligt: Mastzellen, eosinophile Granulozyten, und T-Helferzellen. Auch Zellen, die zum Bronchialsystem selbst gehören, tragen ihren Teil bei. Vor allem von den Immunzellen werden Botenstoffe freigesetzt, die davor sorgen, dass die komplexe Entzündungsreaktion in den Atemwegen auftritt und sich manifestiert. Trotz intensiver Forschung konnten die Prozesse, die hinter der Entzündungsreaktion stehen, noch nicht vollständig entschlüsselt werden. Man weiß lediglich, dass über 100 dieser Botenstoffe am Krankheitsmechanismus beteiligt sind.

Bei einer Entzündung im Körper werden die betroffenen Gewebeteile besonders stark durchblutet, so auch im Falle von Asthma. In der Lunge führt diese verstärkte Durchblutung zu einer Anschwellung der Schleimhäute in den Bronchialwänden und zu einer Überproduktion von zähem Schleim. Zusätzlich verkrampft sich die Muskalatur der Bronchien. Die Folge: Die Atemwege verengen sich und die Atemluft strömt nicht mehr ungehindert durch, was sich besonders bei der Ausatmung bemerkbar macht. Es enstehen pfeifende, brummende Atemgeräusche (Giemen), Husten, anfallsartige Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. 

Will man als Gesunder nachempfinden, wie sich das Atmen als Asthma-Patient anfühlt, muss man sich nur die Nase zuhalten und mit einem Strohalm durch den Mund atmen. Diese künstlich herbeigeführte Verengung gelangt beim Einatmen zu wenig Luft in die Lunge und auch das Ausatmen ist deutlich erschwert.

Der Asthmaanfall

Die anfallsartige Verschlechterung der Atmung wird durch bestimmte Stoffe (Allergene, Reizstoffe wie beispielsweise Tabakrauch oder Parfum) sowie durch körperliche Anstrengung oder Stress ausgelöst. Der jeweilige Auslöser bewirkt eine spontane Verkrampfung der Muskulatur und eine Anschwellung der Bronchialschleimhaut. dadurch sind die Atemwege verengt, das Ausatmen fällt immer schwerer. Der Patient muss immer mehr Kraft aufwenden, um die Lungenbläschen zu entleeren. Je schlechter die Luft ausströmt, desto schwieriger wird es, frische, sauerstoffreiche Luft einzuatmen. Es entsteht eine Kurzatmigkeit, die schnell zu akuter Atemnot mir Erstickungsangst führt. Ein Asthmaanfall ist in jedem Fall ein medizinischer Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden sollte.

Diagnose

Eine ausführliche Anamnese lässt bereits auf eine Asthmaerkrankung schließen. Das beinhaltet zum einen die Schilderung der Beschwerden, wie zum Beispiel anfallsartige Atemnot, Atemnebengeräusche, Brustengegefühle und Husten, zum anderen geht es um die Frage, ob spezielle Faktoren (Rauch, Staub, Exposition bei Pollenflug, körperliche Anstrengung oder Stress) eine Rolle bei einer Verschlimmerung spielen. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Asthmaerkrankung, folgt der Anamnese eine körperliche Untersuchung sowie eine Lungenfunktionsdiagnostik. Die Methoden sind:

  • Der Peak-Flow-Meter ist ein handliches Gerät, in das der Patient kräftig ausatmet. Das Gerät misst dabei den Luftstrom durch die Bronchien.
  • Bei der Spirometrie erhält der Patient ein Mundstück, dass er mit beiden Lippen fest umschließen soll. Seine Nase wird mit einer Nasenklemme verschlossen. Auf Anweisung des Arztes atmet der Patient nun für etwa fünf bis zehn Minuten durch das Mundstück ein und aus: Nach einer tiefstmöglichsten Einatmung soll der Patient so rasch und kräftig wie möglich ausatmen. Das  Spirometer, das an das Mundstück angeschlossen ist, zeichnet nun die Kraft und das Volumen der Atemstöße auf und stellt die Atemzüge in einem Graphen dar. Anhand der erstellten graphischen Darstellung der Atemzüge kann der Arzt auf die Funktion der Lunge rückschließen. Denn unterschiedliche Erkrankungen haben jeweils spezifische Formveränderungen der Atemkurve zur Folge.
  • Bei der Ganzkörperplethysmographie wird, wie bei der Spirometrie, die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft gemessen. Der Unterschied ist, dass der Patient dabei in einer speziellen, luftdicht abgeschlossenen Glaskabinesitzt und dort in ein Gerät pustet. Man atmet durch den so genannten Pneumotachografen normal ein und aus. In der Kabine entstehen durch die Erweiterung des Brustkorbes bei der Einatmung bzw. durch Entleerung der Lungenbläschen beim Ausatmen Druckunterschiede. Diese Druckunterschiede werden fortlaufend gemessen. Die Messungen liefern Ergebnisse über den Widerstand der Atemwege im Bereich der Bronchien, sowie über die einzelnen Ventilationsgrößen und die Strömungsfähigkeit der Luft durch die Bronchien.
  • Mit dem Reversibilitätstest wird untersucht,  ob sich die bei der Lungenfunktionsmessung festgestellte Verengung der Atemwege durch eine Behandlung mit bronchialerweiternden Stoffen deutlich verbessert. Ein Asthma spricht typischerweise positiv auf bronchialerweiternde Stoffe wie Beta-2-Sympathomimetika an
  • Sollte der Patient zum Zeitpunkt der Untersuchung beschwerdefrei sein, empfiehlt sich ein so genannter Provokationstest, bei dem die Lunge gezielt gereizt wird.

Therapie

Trotz intensiver Forschungsarbeit und entsprechendem medizinischem Fortschritt ist Asthma nicht heilbar. Doch dank einer Vielzahl an hochwirksamen Medikamenten ist es in der Regel gaut behandelbar, so dass Betroffene ein normales Leben, ohne größere Einschränkungen, führen können. Ziel der Asthma-Therapie ist, sowohl  eine weitesgehende Beschwerdefreiheit als auch eine möglichst uneingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Bei der medikamentösen Behandlung unterscheidet man, je nach individuellem Bedarfdes Patienten, zwischen Conroller (Langzeitmedikamente) und Reliever (Bedarfsmedikamente). Erstere sorgen dafür, dass die Entzündungsbereitschaft Bronchien abnimmt, Anfälle und Symptome schwächen ab. In der Regel werden Glukkokortkoide, sprich Cortison, verabreicht. Die so genannten Reliever lindern akute Beschwerden, das heißt, sie befreien kurzfristig von Asthma-Symptomen, indem sie die Bronchienmuskulatur innerhalb von Sekunden entspannen, was zu einer Erweiterung der Atemwege führt. Allerdings haben die verabreichten Wirkstoffe (Beta-2-Sympathomimetika wie beispielsweise Fenoterol, Formaterol, Salbutammol oder Terbutatin) keinerlei Einfluss auf die vorherrschende Entzündung.

Im Falle des allergischen Asthmas kann auch eine spezifische Immuntherapie zum Tragen kommen. Hierbei gibt man auslösende Allergene, entweder sublingual  in Tablettenform oder subkutan in steigender Dosierung, um den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen und die allergische Reaktion schließlich zu verhindern. Die Immuntherapie ist nur geeignet für Patienten mit einem stabilen Asthma und ersetzt nicht die eingesetzte Standardtherapie.

Eine weitere, bereits für Patienten mit schwerem Asthma sowie bei Kindern mit mittelschwerem bis schwerem Asthma zugelassene, Therapieoption ist eine Antikörpertherapie mit Omalizumab. der Antikörper greift nicht an den Entzündungsbotenstoffen im Körper, sonder am, an der allergischen Reaktion selbt beteiligten, Immunglobolin E (IgE) an. Omalizumab bindet das bei Asthmatikern überproduzierte IgE. In der Folge kann es nicht mehr an den Immunzellen andocken, Histamine und Zytogine werden deutlich weniger ausgeschüttet, was letztlich dazu führt, dass die allergische Reaktion weniger heftig auftritt. Das Medikament wirkt mehrere Wochen. Weitere Antikörper mit den verschiedensten Zielstrukturen befinden sich derzeit in der Erprobung. 

 

 

 

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