"Verschieben wir es auf morgen" - Im Gespräch mit Schauspielerin Miriam Maertens

Wie fühlt sich ein Leben an, das bedroht ist von ständiger Atemnot, den Tod vor Augen? Die bekannte Theaterschauspielerin Miriam Mertens hat Mukoviszidose. Sie hat sich nie als Kranke gefühlt, wollte nie jemand sein, bei dem man zuerst an die kaputte Lunge denkt. Deshalb beschloss die Schauspielerin Miriam Maertens, einfach so zu leben, als wäre sie gesund. Mit sechzehn bricht sie die Schule ab, weil sie unbedingt ans Theater will – wie ihr Vater und ihre beiden älteren Brüder. Nur wenige wissen, dass Miriam Maertens vor jedem Auftritt und in den Pausen inhaliert, um auf der Bühne nicht atemlos zu sein. Mit Anfang Dreißig wird sie gegen den Rat der Ärzte schwanger. Erst als sie kaum noch Luft bekommt, ist sie bereit, sich auf die Liste für ein Spenderorgan setzen zu lassen. Wir haben mit ihr gesprochen.

"Du kannst dieses nicht tun, Du kannst jenes nicht tun!" - das hören chronisch Kranke dauernd. Wie sind Sie als Kind, als Jugendliche damit umgegangen?

Ich habe versucht, meine Therapie wie Zähneputzen zu nehmen, als Pflicht und habe ansonsten behauptet, ich kann auch das, was andere Kinder können

Der Arzt, der Sie jahrzehntelang am Haunerschen Kinderspital betreut hat, bescheinigt Ihnen eine "Kämpfernatur". Wie "egoistisch" muss man auch mal sein, um diese vielen Kämpfe durchzustehen?

Ich glaube sehr egoistisch und ich hatte das Glück, dass meine Familie, Freunde und mein Mann mich immer darin unterstützt haben

Sie haben Ihre Krankheit vor der Lungentransplantation verheimlicht, warum?

Es war mir zu privat und ich wollte kein Mitleid

Können Sie sich an die Zeit erinnern, als Sie nach der Lungentransplantation aufgewacht sind – wie fühlte sich das an?

Ziemlich beängstigend für Kopf und Körper

 

Was alles in Ihrem Leben hat sich mit Ihrer neuen Lunge geändert?

Das Leben ist seitdem ein einziges Vergnügen

Warum haben Sie sich entschieden, über Ihre Krankheit, über Ihre Geschichte zu sprechen?

Weil ich nun von der Mukoviszidose „befreit“ bin und anderen Menschen Kraft und Vertrauen in den eigenen Körper vermitteln will, durch die 42 Jahre, die ich erlebt habe

Was ist Ihre wichtigster Ratschlag für Menschen mit chronischen Krankheiten: nichts hinnehmen, nie aufgeben?

Ratschläge annehmen, überdenken und Never give up!

 

Um anderen Betroffenen Mut zu machen, hat Miriam Maertens ihre Geschichte aufgeschrieben. Ihr Buch „Verschieben wir es auf morgen“ erschien Mitte Oktober 2018 im Ullstein Verlag.

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