Neues aus der Wissenschaft: Lungenkrankheit und Diabetes

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Bei restriktiven Lungenkrankheiten kann sich die Lunge aus verschiedenen Gründen nicht mehr richtig ausdehnen. Dadurch ist auch das maximale Lungenvolumen bei diesen Krankheiten verringert. Ein Beispiel für restriktive Lungenkrankheiten ist die Lungenfibrose, eine sogenannte interstitielle Lungenkrankheit (ILD), bei der es zur Vernarbung des Organs durch übermäßiges Wachstum von Bindegewebe kommt. Diabetes mellitus ist eine häufige Begleiterkrankung bei interstitiellen Lungenkrankheiten.

Beeinflusst Diabetes das Risiko für Lungenkrankheiten?

In einer aktuellen Studie untersuchten Forschende nun, wie oft Kurzatmigkeit und restriktive Lungenerkrankungen bei Menschen ohne und mit Prä- und Typ-2-Diabetes vorkommen. Ziel war auch, herauszufinden, ob das Risiko für restriktive Lungenerkrankungen durch Diabetes beeinflusst wird.

Insgesamt nahmen 255 Personen an der Studie teil, 48 ohne Diabetes, 68 mit Prädiabetes, 29 Personen mit Typ-2-Diabetes, der erst vor kurzem diagnostiziert wurde und 110 Personen, die schon lange an Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Untersucht wurden

  • Zuckerstoffwechselkontrolle,
  • Diabetes-abhängige Folgeerkrankungen
  • Kurzatmigkeit, Atemnot bzw. Luftnot und
  • die Lungenfunktion.

Mit Hilfe verschiedener Lungenfunktionswerte wurde die Diagnose „Restriktive Lungenerkrankung“ gestellt.

Nierenerkrankung kann Wahrscheinlichkeit für Lungenerkrankungen zusätzlich erhöhen

Atemnot zusammen mit restriktiven Lungenkrankheiten trat bei Menschen mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes signifikant häufiger auf als bei Menschen ohne Diabetes. Eine restriktive Lungenkrankheit zeigte sich bei knapp neun Prozent der Personen mit Prädiabetes und bei 20 Prozent mit neudiagnostiziertem Typ-2-Diabetes. Bei Patienten mit langjährigem Diabetes vom Typ-2 waren sogar 27 Prozent betroffen. In der gesunden Kontrollgruppe lag der Wert hingegen nur bei etwa sechs Prozent. Beim Blick auf die Diabetes-Folgeerkrankungen zeigte sich außerdem, dass eine Nephropathie, also eine Diabetes-bedingte Nierenerkrankung, das Risiko für restriktive Lungenerkrankungen nochmals erhöhen kann.

„Bei Diabetes, Nephropathie und Atemnot auf Lungenkrankheiten achten“

Bisher werden Lungenkrankheiten offiziell nicht als Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus gesehen, heißt es in der Publikation. Und auch als Risikofaktor für interstitielle Lungenerkrankungen und Lungenfibrose wird Diabetes bisher nicht aufgeführt. Ihre Ergebnisse sprächen aber dafür, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den beiden Krankheitsbildern gibt, so die Autoren. Besonders Diabetes-Patienten, die zusätzlich unter Atemnot und Nephropathie leiden, sollten daher nach Ansicht der Autoren auf Krankheiten der Lunge hin untersucht werden. Um die genauen Zusammenhänge zwischen Diabetes und Lungenkrankheiten zu klären, seien jedoch weitere und größere Studien nötig.

Quellen:

Kopf S et al.: Breathlessness and Restrictive Lung Disease: An Important Diabetes-Related Feature in Patients with Type 2 Diabetes. In: Respiration, online publiziert am 6. Juni 2018

Rommelfanger J. und Pesta, D.: Langjähriger Diabetes kann auf die Lunge schlagen. Diabetesinformationsdienst, 9.7.2018

 

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